Zyperns Natur

Zypern ist eine „grüne“ Insel, die waldreichste im gesamten Mittelmeerraum.
Aleppo-Kiefern, Pinien, Platanen, Zedern und Steineichen wachsen im Troodos-Gebirge – dem „Schwarzwald“ Zyperns. An den flach abfallenden Rändern des Troodos ist die natürliche Flora größtenteils verdrängt durch Apfel-, Birnen-, Pfirsich-, Mandel- und Nussbäume sowie durch Weinfelder. Im Übrigen wird das Bild der Insel von Zypressen, Oliven- und Johannisbrotbäumen geprägt.

Ceddar Valley
Ceddar Valley im Troodos-Gebirge

Nicht weniger als 1800 Blütenpflanzen blühen im Laufe des Frühjahrs und Sommers. Im Frühling wird der Blütenaspekt geprägt von Anemonen, Narzissen, Gladiolen, Iris, Goldwurz, Tulpen und Klatschmohn. Auch sehr viele Arten von Orchideen kommen vor. Einige davon sind endemisch. Mit den ersten herbstlichen Regenfällen sprießen unter anderem Traubenhyazinthen, Weihnachtsstern und Hahnenfuß. Die ursprünglich aus Brasilien stammende und teilweise verwilderte Bougainvillea blüht das ganze Jahr hindurch.

Strelizie
Strelizie

Schon das Zypern der Antike war reich an Wäldern. Heute sind nur noch etwa 17 % der Insel (im Wesentlichen im Troodos-Gebirge und im Pentadaktylos) von Wald bedeckt. Eingriffe des Menschen, Beweidung mit Ziegen und häufige Waldbrände haben dazu beigetragen, die Waldflächen zu vermindern. Heute bemüht man sich, den Waldbestand durch Neubepflanzung zu vergrößern. Das Überleben neu gepflanzter Bäume wird durch Wassermangel erschwert. Einige fremde Arten wurden eingeführt (verschiedene Arten von Tannen, Fichten, Akazien und Eukalyptus).
Fossilien und archäologische Funde belegen, dass auf Zypern bis in die Nacheiszeit Zwergflusspferde und Zwergelefanten lebten, die bereits im Neolithikum ausgestorben sind. Schweine, Rinder, Ziegen, Damhirsche und Wildschafe sowie Füchse und Wildkatzen wurden von den ersten Bauern mitgebracht. Die Schafe verwilderten und lebten auf der Halbinsel Akamas. Die ebenfalls eingeführten Rinder verschwanden nach relativ kurzer Zeit und wurden erst im Endneolithikum wieder eingeführt. Das Zypern-Mufflon wurde im Laufe des 20. Jahrhunderts nahezu ausgerottet, sein Bestand konnte zwischenzeitlich durch Schutzmaßnahmen gesichert werden.
Jährlich kommen Meeresschildkröten an die Küsten von Varosha und der Halbinseln Akamas und Karpas, um Eier zu legen. Um diese Tiere zu schützen und ihre unbehinderte Fortpflanzung zu ermöglichen, verabschiedete die zyprische Regierung ein Schutzprogramm. Für die Dauer der Eiablage werden die Strände, die die Schildkröten zum Nisten bevorzugen, für Menschen gesperrt.

Lara
Lara Beach, der Strand der Schildkröten

Neben den im Mittelmeer üblichen Fischarten tummeln sich in den Küstengewässern im Osten der Insel auch Tierarten, die durch den Suez-Kanal aus dem Roten Meer ins Mittelmeer kamen, wie zum Beispiel Flötenfische (Fistulariidae) und Kaninchenfische (Siganidae).
Die Vogelwelt Zyperns umfasst 340 Arten. Die Insel ist ein Durchzugsgebiet vieler Zugvögel. 46 Arten verbringen das ganze Jahr auf Zypern, und 27 der Zugvogelarten nisten auf der Insel und pflanzen sich dort fort. Die Wälder der großen Troodos–Gebirgskette und die Höhenlagen des Pentadaktylos sind die vogelreichsten Gebiete. U. a. sind hier Buchfink, Fichtenkreuzschnabel, Chukarhuhn, Nachtigall und Seidensänger zu finden. Halsbandfrankolin, Häherkuckuck, Eleonorenfalke, Steppenweihe und Teichwasserläufer sind gesuchte Arten von Birding-Tours. Schuppengrasmücke und Zypern-Steinschmätzer sind zyprische Endemiten. Im Bereich des Salzsees bei Larnaka kann man im Winter Flamingos beobachten.
2006 entdeckte man auf Zypern eine Mäuseart Mus cypriacus, die dort schon seit mindestens 10.000 Jahren lebt. Das Besondere an dieser Art ist, dass sie einen größeren Kopf, größere Ohren, Augen und Zähne besitzt als alle anderen bisher bekannten Mäusearten.